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	<title>KathrinSchrader.de &#187; Berlin</title>
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		<title>Ein Stück vom Himmel</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 10:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://www.magazine-deutschland.de/"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-612" title="27759_395879982350_31292782350_4073729_6905924_n" src="http://www.kathrinschrader.de/wp-content/uploads/2010/11/27759_395879982350_31292782350_4073729_6905924_n7-150x104.jpg" alt="" width="150" height="104" /></a>

<span style="color: #333300;">Hier kann für Virtuosen und Dirigenten der Weg nach oben beginnen: Die Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin gehört zu den renommiertesten Musikhochschulen. 2010 feiert sie ihr 60-jähriges Bestehen.</span>

<span style="color: #333300;">
</span>

<a href="http://www.kathrinschrader.de/wp-content/uploads/2010/11/Dach_Marstall_5330_Foto_Ernst_Fesseler4.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-589" title="Dach_Marstall_5330_Foto_Ernst_Fesseler" src="http://www.kathrinschrader.de/wp-content/uploads/2010/11/Dach_Marstall_5330_Foto_Ernst_Fesseler4-1024x682.jpg" alt="" width="653" height="434" /></a>

<span style="color: #333300;">© Foto Ernst Fesseler </span>

„Der Himmel hängt voller Geigen.“ So sagt man in Deutschland, wenn das Leben süß und leicht ist. Der Himmel über Berlin hängt nicht voller Geigen. Die Luft ist meist klar, doch es weht ein rauer Wind. Baulärm steht am Gendarmenmarkt in der Luft. Und doch: auch Musik. Inmitten des Luxusquartiers, das rings um den Gendarmenmarkt entstanden ist, liegt direkt hinter dem berühmten Konzerthaus die Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Die Signatur Eislers aus roten Leuchtröhren über dem Eingang, die Fahrradständer vor dem Haus, die jungen Frauen und Männer, die an den Plastiktischen im Foyer Automatenkaffee trinken, das Durcheinander der Instrumente und Stimmen - "Die Eisler" setzt einen Kontrapunkt zu den weiß gedeckten Terrassen der Restaurants und Bars an der Charlottenstraße, zu den Edelläden und den vielen Touristen in diesem Viertel.]]></description>
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		<title>Berliner Notiz-Blog 9. März 2009</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 11:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berliner Notiz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.kathrinschrader.de/wp-content/uploads/2009/03/snc14061.JPG" height="227" width="430" />

<strong>Afonso Tiago ist tot.</strong> In der Freitagnacht hat man ihn auf dem Grund der Spree gefunden.

Am Sonntag hing ein Strauß Blumen am Geländer der Schillingbrücke. Zwei Grabkerzen standen davor. Die Blumen und Kerzen sind heute wieder verschwunden. Wahrscheinlich verstießen sie gegen die Sicherheit.

Es ist nur eine kleine Notiz in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung. Keine Anzeichen von Gewalt. Afonso ist in dieser kalten Januar-Nacht ins Eis gebrochen. Ein junger Portugiese, der keine Ahnung von Frost hatte.

Die Blumen auf der Brücke sind verschwunden. Der Fluss schwappt ungerührt weiter.  Das Thema ist durch. Ein Mann mit schweren Stiefeln passiert die Brücke, zieht sich die Kapuze gegen den Wind tiefer ins Gesicht, blickt aggressiv nach draußen. Drüben, vor dem Eingang des Ibis-Hotels, regelt einer am Telefon seine Geschäfte.

Die Sonne scheint. Heute ist Afonsos Geburtstag. Er wäre 28 Jahre alt geworden.

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		<title>Berliner Notiz-Blog 10. November 08</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 15:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berliner Notiz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn fahren]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>

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		<description><![CDATA[Über den Bordlautsprecher wird bekannt gegeben, dass sich der ICE aus Hamburg wegen „vandalistischer Angriffe von Castorgegnern“ um zirka 45 Minuten verspätet. Ein älterer Herr flucht verhalten. „Typisch Osten“, schimpft er. Am Bahnhof Zoo habe es so etwas nicht gegeben. Er zieht seinen Kofferrolli unentschlossen auf der unteren Bahnhofsetage hin und her. Die glamourösen Läden sind weiter oben, wo die Züge nach Köln und Bonn abfahren. Hier unten geht es nach Prag und Budapest und ja, auch nach Wien.

Aber er will ja gar nichts kaufen. Er ist sparsam. In seinem glatten Gesicht steht, dass er gut und genügsam lebt. Missmutig wendet er sich dem Kaisers zu, postiert sein Gepäck unter einem der Bistrotische und bestellt im Backshop einen Kaffee.

Ein Schwarzer hält sich am Tresen neben der Kasse fest. „Obama ist Afrika. Yeahh...“ lallt er und erzählt jedem, was alle längst wissen, dass Obama vor einigen Tagen zum Präsidenten der USA gewählt wurde. Dem älteren Herrn ist der Betrunkene peinlich. Etwas ungeschickt balanciert er seinen Kaffeepot vom Tresen zum Bistrotisch hinüber. „Der hat doch nicht nur Alkohol geladen“, raunt er einer Frau in seinem Alter zu, die ihren Koffer neben seinen gestellt hat. Die Frau sagt, dass die Schwarzen jetzt rassistisch werden. „Dazu haben sie auch allen Grund“, bellt ein struppiger Franzose vom Nachbartisch.

„Die kommen doch alle nur deswegen hierher.“ Der ältere Herr streckt seine Hand in Richtung des Franzosen und reibt zwei Finger aneinander.

„Ach und weswegen sind die Europäer nach Afrika gegangen?“ raunzt der Franzose zurück. Er tunkt ein riesiges Croissant in seine Kaffeetasse. Statt den triefenden Teiglappen in den Mund zu schieben, beginnt er mit einem Referat über die dramatischen Folgen des Kolonialismus. Der Kaffee aus seinem Croissant tropft derweil auf die Tischplatte. Der ältere Herr starrt auf die Kaffeepfütze, aus der sich ein kleines Rinnsal löst, das auf den Redner zu fließt. „Da!“, warnt er, aber der Franzose hört ihn nicht. Als er bei der Finanzkrise ankommt –er macht ziemlich große Zeitsprünge -die Weltgeschichte ist bei ihm eine Fünf-Minuten-Sache - saugt sein Jackett den Kaffee wie ein Löschblatt auf.
Der ältere Herr sagt, er habe früher bei der Bank gearbeitet. Er habe niemanden zu riskanten Geldanlagen überredet. Er sei nicht Schuld an der Krise. „Jeder ist Schuld“, sagt der Franzose düster. „Wir alle.“

Der Schwarze löst sich vom Tresen und schlittert in Richtung der Bistrotische. „Obama ist Afrika“, wiederholt er. Der Franzose klopft ihm auf die Schulter. „Ganz ruhig“, sagt er. Er sagt das auch zu sich selbst. Er ist aufgebracht, weil dieser Bankangestellte seiner kurzen Weltgeschichte nicht folgen konnte und er noch einmal von vorn und weiter ausholen muss und nur noch wenig Zeit dafür hat, denn irgendwann wird die Polizei die Atomkraftgegner weg geräumt haben und dann wird sich die Bistrorunde im Kaisers auflösen und im Zug nach den besten Plätzen drängeln.

Der Schwarze erzählt jetzt einem jungen Mann mit Rastalocken, dass Obama Präsident ist und Afrika, also Afrika Präsident ist. Der schaut kurz von seinem Buch auf, lächelt den Störer an und versucht dann, weiter zu lesen.

Das Personal des Backshops fordert den Schwarzen auf zu gehen. „Habe ich Ärger gemacht?“ zischt der. Er breitet die Arme aus, kippt nach hinten, sein Einkauf -ein Fleischsalat und eine längst geleerte, kleine Schnapsflasche- fallen zu Boden, die Flasche zerbricht. Der Sicherheitsmann an der Tür fängt ihn auf. „Du gehst unseren Kunden auf die Nerven“, sagt eine Verkäuferin. „Hau jetzt ab. Geh nach Hause!“

Die Kaffeetrinker an den Bistrotischen tunken ihre Nasen in die Tassen und heften ihre Blicke auf die grau gemusterten Tischplatten. Der Schwarze hält sich am Tisch des Franzosen und am Tisch des Jungen mit den Rastalocken fest. „Ist okay“, sagt der Franzose und klopft ihm auf die Schulter wie man einem Pferd beruhigend auf die Flanken klopft. „Ich gehe erst, wenn Adolf Hitler kommt“, knurrt der Betrunkene.

Als die Polizei kommt, lässt er sich widerstandslos mit ausgebreiteten Armen aus dem Laden führen. Alle atmen auf, so deutlich, dass kleine Wellen ihren weißen Kaffee kräuseln.]]></description>
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		<title>Berliner Notiz-Blog 30. Juni 2008</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 10:54:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berliner Notiz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin umgezogen. Während des WM-Finale gestern Nacht sortierte ich meine Bücher in die Regale. Meine Regale sind im Laufe der Jahre zu klein geworden. Die Bücher müssen jetzt in doppelten Reihen stehen. In der letzten Wohnung hatte ziemliche Unordnung geherrscht. Unordnung in meinem Leben. Chaos in meinen Büchern. Einige von ihnen hatte ich vergessen und hieß sie wie alte Bekannte in meinem neuen, kleinen Universum willkommen.
Durch das Platanendach vor dem Fenster drang der Lärm der Spiels, der Chor der Zuschauer. Ich fühlte mich erschöpft. Um Kraft zu sammeln, sprach ich mich mit den Büchern. Ich machte denen Mut, die ständig zwischen den Etagen wandern mussten und ich schimpfte, wenn die vordere Reihe immer wieder umkippte.
Ich sagte mir die Namen laut auf, während ich sie ins Alphabet stellte – Aitmatow, Auster, Brett, Cocteau, Duras, Hein und Heym, Gavalda, die Manns, Marai, Nabokov – ich glich dem Sportreporter, der die Namen der Spieler nennt, die gerade am Ball sind - Salinger, Saint-Exupery, Schwarzer, Tschechow, Woolf, Wander, Yoshimoto, Zeh und Zinner – meine geliebte Nationalmannschaft! 
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		<title>Berliner Notiz-Blog 21. Juni 2008</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2008 12:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch bei „Emil“ in der Schumannstraße läuft am Freitagabend das EM-Spiel Kroatien gegen Türkei. Drei Personen sitzen in dem kleinen Gastraum im Souterrain vor dem Flachbildschirm. Das Pärchen in der Ecke blickt wie abwesend auf das Spielfeld. Er streichelt ihre Seitenlinie in dem engen schwarzen T-Shirt auf und ab. Ein Student mit kariertem Hut blättert in einem Gedicht-Band.
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		<title>Berliner Notiz-Blog 18. Juni 2008</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jun 2008 21:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[An jedem Samstag treffen sich die jüngsten Schauspieler der Agentur Tomorrow im Coaching-Studio im ersten Stock eines Hinterhauses in Berlin-Mitte. Es sind Sieben – bis Elfjährige. Erstaunlich, wie viele Kinder es in Berlin-Mitte gibt. Auf der Straße sieht man sie nicht. Wahrscheinlich werden sie von ihren Eltern nach der Schule in Musik – und Kampfsportschulen gefahren oder auf die Tanz-, Pantomime – und Yoga-Studios des Bezirkes verteilt.

Zum Training am Samstag kommen auch interessierte Eltern mit ihrem Nachwuchs, um zu schauen, ob das Film – oder Werbegeschäft etwas für ihre Kleinen wäre.

Der Trainer beginnt mit einer Aufwärmübung. Die Kinder stehen im Kreis. „Hau ab!“ schreit der Trainer das Mädchen links neben sich an. Die wendet sich rasch ihrem Nachbarn zu und brüllt den Satz weiter. Die „stille Post“ kracht ringsherum. Nächste Runde: „Ich hasse dich! – Sag mal, S I E H S T D U M I C H L A C H E N?“ Ein kleines Mädchen beginnt zu weinen. Sie ist an diesem Tag zum ersten Mal hier. Der Trainer schickt sie aus dem Kreis. Sie darf vom Rand aus weiter zuschauen. „Das Spiel dient der Konzentration“, erklärt er in der Pause. „Deshalb werden die Sätze, die nachgesprochen werden sollen, immer länger.“ Der Trainer ist 14 Jahre alt. Er gehört zur jugendlichen Crew der Agentur. Sein blondes Haar ist fransig aus der Stirn gegeelt. Er ist einer der Stars der Agentur. Er hat schon einige Male gedreht.

Im Keller probt eine ältere Schauspielerin mit jungen Mädchen. Auch hier geht es darum, sich möglichst aggressiv anzuschreien. „Lockerungsübungen“ nennt die Schauspielerin das. Die Jugendlichen sollen lernen, aus sich heraus zu gehen. Es wird geschrien, geboxt, später gerockt. Leise Töne kommen im Coaching an diesem Samstagvormittag nicht vor. Hier findet die Einstimmung auf Betrieb und Lärmpegel der Medien statt. Die Sensiblen, Langsamen, die schon im Sportunterricht leiden, gehen in diesem Geschäft unter.]]></description>
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		<title>Berliner Notiz-Blog 18. April 2008</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 11:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berliner Notiz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Damen]]></category>
		<category><![CDATA[Tempelhof]]></category>
		<category><![CDATA[Westberlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Die zwei Damen im Bus nach der Heerstraße stecken die Köpfe zusammen. Sie tragen helle Mäntel und Hüte. Der Bus ist voll. Sie stehen am Fenster. Sie halten sich mühsam fest. Sie reden über Kleider, die sie in den Läden in der Wilmersdorfer probiert haben. Auf der anderen Straßenseite ziehen die Plakate für und gegen [...]]]></description>
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		<title>Berliner Notiz-Blog 29. Februar 08</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 14:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzten Sonntag war ich in einer fremden Wohnung. Das heißt, ich war in einer Galerie. Präzise gesagt, war ich sowohl in einer Wohnung als auch in einer Galerie. In dieser Wohnung wurden für die Dauer eines Wochenendes verschiedene Kunstwerke aus der ganzen Welt ausgestellt. Sie waren in einem großen Karton geliefert worden und die Galeristen, [...]]]></description>
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		<title>Berliner Notiz-Blog 19. Februar 2008</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 15:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Johanna Feierabend]]></category>
		<category><![CDATA[Max-Beer-Straße]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeden Tag zieht Johanna Feierabend eine karierte Kunstledertasche auf Rädern durch unsere Straße und stopft alles hinein, was sie auf dem Bürgersteig findet: Papierschnipsel, leere Tüten, kalte Zigarettenkippen und trockene Hundekacke. Sie hebt die Abfälle mit einem Greifer auf. Sie pickt den Müll auch aus dem Löwenzahn, der zwischen den Pflastersteinen wächst.

Johanna Feierabend ist 70 Jahre alt. Sie lebt in dem Seniorenwohnhaus in unserer Straße. Sie hat ihr ganzes Leben lang als Putzfrau gearbeitet. Ich habe sie einmal gefragt, warum sie damit nicht aufhören kann. Sie sagte: „Ist doch schön, wenn alles sauber aussieht.“ Ich gab ihr Recht. Sie trägt eine abgeschabte Lederjacke mit Blumenornamenten auf der Brust, ein Halstuch mit Silberfaden und gestrickte Leggins. Wenn ich ihr sagen würde, dass die jungen Mädchen vorn in der Neuen Schönhauser Straße ein Vermögen für dieses Achtzigerjahre – Outfit bezahlen, würde sie den Kopf schütteln und lachen. Sie würde nicht laut und herzlich lachen, sondern erstaunt den Mund verziehen und einen trockenen Laut ausstoßen. Man würde ihre großen Zähne sehen. Das Haar trägt sie gerade geschnitten und so kurz, dass es nicht über die Augen fällt, wenn sie den Blick nach unten gerichtet hält. Ihr Körper ist schwer. Sie trägt ihn mit kleinen Schritten. Ihre Unterlippe wächst immer weiter in Richtung der Pflastersteine. Ich grüße Johanna Feierabend, wenn sie mit dem Rolli und dem Greifer an mir vorübergeht, aber sie hört und sieht mich nicht. Sie hat nur Augen für das Unkraut und den Müll.]]></description>
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		<title>Berliner Notiz-Blog 22. Januar 2008</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2008 10:42:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kathrin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[schwul]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Studio, in dem die jungen Tänzer ihre Performance gezeigt haben, hat sich aufgeheizt. In der Pause sucht das Publikum -die Eltern, Geschwister und Freunde der Künstler- auf dem Flur der Tanzschule etwas Kühle. Die kleine Bar ist belagert. 
Ich muss ununterbrochen gähnen, wie immer nach spannenden Vorstellungen, in denen ich das Atmen vergesse. Neben mir erzählt ein Mädchen in die Runde ihrer Freundinnen, dass der Junge, in den sie seit anderthalb Jahren verliebt ist, schwul sei. Sie habe es eben erfahren. Außerdem sei er HIV positiv. Aus ihrem Mund klingt das träumerisch und unbefangen, als hätte der Junge eine Grippe. Sie hat langes blondes Haar, das am Ansatz dunkel nachwächst. Ihr rundes Gesicht ist von der Hitze gerötet. „Sei froh, dass ihr nichts miteinander hattet“, sagt eine Freundin. „Er wäre vielleicht nicht positiv, wenn er nicht schwul wäre“, stellt das Mädchen fest. Die Freundinnen in der Runde erwidern nichts. Sie blicken in ihre Apfelschorlen. Das blonde Mädchen träumt über ihre gesenkten Köpfe weiter: „Der in Hetero und fünf Jahre älter, das wär’s.“
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