Berliner Notiz-Blog 5. November 2007

Kasimir, der Kaiser der Clochards, braucht dringend einen Arzt. Er sagt, er beginne zu quietschen wie eine alte Klapperkiste. Er ist jetzt über sechzig Jahre alt.  

Er braucht eine Krankenversicherung. Die Krankenversicherung seiner Wahl nimmt ihn aber nicht, weil er keine Einkünfte nachweisen kann.

Wie soll Kasimir seine Einkünfte nachweisen? Er hat doch keinen Quittungsblock in der Tasche. Es passt nicht zu seiner Lebensphilosophie, irgend etwas zu quittieren.

Dabei arbeitet Kasimir mehr als viele andere, denen er abends in den Restaurants seine geklauten Blumen schenkt und die Tröte drücken lässt.

Der Kaiser arbeitet als Bildhauer, Dichter, Performer und Interventionskünstler.

Am Freitagabend hat er mir im Gormans einen Dank geschenkt. Ein Dank von Kasimir ähnelt einem Eurostück. Allerdings ist er viel größer. Ein Dank ist so groß wie ein Bierdeckel. Ein Dank ist ein Bierdeckel aus laminierter Pappe. Mit einem roten Herz in der Mitte.

Zwanzigtausend Dank hat Kasimir gedruckt. Ich bin glücklich, dass ich einen davon besitze.

Eigentlich gebührt Kasimir dieser zwanzigtausendfache Dank. Er lässt uns an seiner Kunst teilhaben, ohne einen Cent dafür zu verlangen.

Es ist doch wohl das Mindeste, sich um die Gesundheit dieses Ehrenbürgers der Stadt zu sorgen.

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