artspring Pankow 2017

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Eine unfertige Arbeit im Atelier von Beate Tischer in den Kunst Etagen Pankow (KEP) beatetischer.com

Ein bisschen fühlte sich artspring Pankow wie die Offenen Ateliers in den Neunzigerjahren an, besonders im Hof und auf den Gängen der ehemaligen Schule in der Schwedter Straße, die sich die Künstler der Ateliergemeinschaft Milchhof e. V. teilen. Doch spätestens beim Blick aus den Fenstern landen wir angesichts der weiß verputzten Townhouses in der Nachbarschaft wieder im heutigen Berlin. Und ganz so viel Englisch gesprochen wurde damals wohl auch nicht.

Ein Wochenende war zu kurz für alle Ateliers. So musste ich mich entscheiden und habe letztendlich „nur“ die Kunst Etagen Pankow (KEP) und den Milchhof besucht. Die Künstler des KEP mussten ihren geliebten Seitenflügel im letzten Jahr verlassen und ins Vorderhaus ziehen, das jedoch eine sehr schöne DDR-Platte ist und sie zu einer sehenswerten Mode-Kollektion inspiriert hat, deren Tragbarkeit von den Künstlerinnen und Künstlern des Hauses demonstriert wurde.

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Kollektion artspring 2017 der KEP 

Trotz aller Offenheit bleibt ein Atelier ein intimer Raum, vor dem ich ziemlichen Respekt habe. Aber wenn die Schwelle zum Austausch mit den Künstlern genommen war, entwickelten sich intensive Gespräche, die schnell an Tiefe gewannen; mit der 71jährigen Margit Grüger über Amy Winehouse beispielsweise, mit Beate Tischer und Robert Hogervorst über die fehlende Zeit für die Selbstvermarktung der Künstler. Die meisten gehen neben der Arbeit im Atelier zum Broterwerb einer regelmäßigen Tätigkeit nach, die ihnen viel Disziplin abverlangt. Kerstin Hille erzählte vom Glück, einen begabten Drucker gefunden zu haben. Über befreite und unbefreite Wahrnehmung sprach ich mit dem Bildhauer Hans Kempel, wobei wir zu dem Schluss kamen, dass es im Grunde egal ist, wenn mensch das Problem an sich erkannt hat. Von unbewusst beim Telefonieren hin gekritzelten Figuren, die sich zu textilen Objekten entwickeln und über ihre Wandteppiche geistern, sprach die Textilkünstlerin Silvia Nettelkoven. Die Bühnen- und Kostümbildnerin Frauke Menzinger erzählte, wie ihre Entwürfe in Zusammenarbeit mit Gewandmeister und Regisseur Gestalt bekommen.

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Das  Treppenhaus des KEP mit Original-DDR-Linoleum-Fußboden. Wandgemälde und Skulptur: art-studio-hogervorst.com

Am Ende des Tages erst weiß ich, welche Arbeiten mich am meisten beeindruckt haben, nicht alle in dem Sinne, dass ich sie mag. Ich liebe die Idee des Bildhauers und Zeichners Marc Haselbach, das Innere alter, leerer Buchdeckel zu illustrieren. www.marc-haselbach.de Mich begeistern die gespenstisch-überweißen Lichtinstallationen von Wiebke Maria Wachmann www.wiebke-maria-wachmann.de , die vergrößerte, bunte, filigran aus Papier geschnittene Staubfluse von Esther Glück www.esther-glueck.de , die Idee und Umsetzung der Fake Towers von Mariel Poppe www.marielpoppe.de und natürlich der riesige, abgestürzte Superman von Marcus Wittmers neben der Bühne im Milchhof. www.milchhof-berlin.de

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Installation von Tom Wolf (KEP) aus dem Drei-D-Drucker

Das ist nur ein winzig kleines Guckloch auf den artspring 2017, auf den hoffentlich ein artspring 2018 folgt, um dann noch mehr Kunst flanierend, plaudernd und schauend zu erschließen.

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www.milchhof-berlin.de 

Ich danke Klara Li für Edelsteinwasser und das kleine Atelier-Konzert heute Mittag.

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