Zeichen und Wunder

Fragmente, Objekte und Installationen von

Astrid Weichelt

Kloster Chorin 20. Mai – 28. August 2017

Arbeit von Astrid Weichelt im Kloster Chorin © Kathrin Schrader

Astrid Weichelt „Maßwerk“ 3 Teile, Abformung Laienrefektorium des Klosters Chorin. 2017

Astrid Weichelt stellt in ihren Ausstellungen stets eine Verbindung zum Ort her. In ihrer aktuellen Schau „Zeichen und Wunder“ im Kloster Chorin zeigt sie unter anderen Abformungen der gotischen Fensterbögen aus dem Refektorium, ein Kruzifix und Pflanzenmotive von den Konsolen im Kreuzgang des Klosters.

Die Künstlerin ist dafür auf hohe Leitern gestiegen und hat mehrere Schichten nassen Büttenpapiers auf den Stein gelegt, trocknen lassen und dann sehr vorsichtig wieder abgenommen. Ein bisschen muss sie sich dabei Continue reading

artspring Pankow 2017

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Eine unfertige Arbeit im Atelier von Beate Tischer in den Kunst Etagen Pankow (KEP) beatetischer.com

Ein bisschen fühlte sich artspring Pankow wie die Offenen Ateliers in den Neunzigerjahren an, besonders im Hof und auf den Gängen der ehemaligen Schule in der Schwedter Straße, die sich die Künstler der Ateliergemeinschaft Milchhof e. V. teilen. Doch spätestens beim Blick aus den Fenstern landen wir angesichts der weiß verputzten Townhouses in der Nachbarschaft wieder im heutigen Berlin. Und ganz so viel Englisch gesprochen wurde damals wohl auch nicht.

Ein Wochenende war zu kurz für alle Ateliers. So musste ich mich entscheiden und habe letztendlich Continue reading

INTRANSIT

Christine Düwel in der Toscana-Halle des ECC-Kreativstadt Weißensee 

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Crossing – Installation aus bemalten Papierbahnen, Christine Düwel, 2017

Am Beginn der Ausstellung „Intransit“ steht ein Wegweiser, der programmatisch verstanden werden kann. Eine Reihe leerer Holzschilder weist zugleich in zwei Richtungen. Die Zeichnerin Christine Düwel liebt die Provokation mit solcherart Nonsens. Continue reading

Langsame Annäherung unmöglich

Vorwort zum Katalog von Barbara Burck

Die 1960 geborene Leipziger Malerin zeigt noch bis zum 28. Januar 2017 Ölgemälde in der  Galerie Mutare

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Barbara Burck, Station 2, Öl auf Leinwand, 2016

Das Erste, was an Barbara Burcks Gemälden auffällt, ist das Licht. Spotartig beleuchtet es die Szene und erzeugt die Spannung eines wesentlichen Moments. Die Gesichter der Figuren bleiben unscharf und doch erkennt sich der Betrachter sofort in diesen Menschen wieder, die häufig unsicher scheinen, mitunter sogar verloren. Sie tasten und suchen, halten angespannt Ausschau oder warten etwas ab. Jeder Betrachter wird anders in ihnen lesen, je nach Erfahrung und Lebenssituation. Diese Szenen wirken alltäglich und vertraut. Die Umgebung der Figuren bleibt reduziert, die „Zwischenräume“ verwischen, sind frei interpretierbar und spiegeln so nicht nur die Flüchtigkeit des Moments, sondern auch unsere Art der Wahrnehmung, wenn wir unterwegs sind unter Menschen, in der Stadt, am Strand, in einem Korridor. Das macht die Ölmalerei von Barbara Burck so Continue reading

„Geh weg, damit du bei mir bist!“

Vorwort zum Katalog von Sabina Grzimek anlässlich ihrer Ausstellung „Amatorio“ in der Berliner Galerie Mutare vom 3. September bis 15. Oktober 2016

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„Der Mundharmonikaspieler“ & „Bewegte“ von Sabina Grzimek, Bronze, Gips, farbig, Unikate, 2013-15 

Sabina Grzimek zählt zu den bedeutendsten BildhauerInnen ihrer Generation. Sie bewegt sich in der Tradition der klassischen Moderne und erreicht in ihren Figuren, Köpfen und Zeichnungen eine meisterhaft große Einfachheit.

Ein Thema von Sabina Grzimek ist Verletzlichkeit. In ihrer Auffassung formen die Spuren von Verwundungen eine Persönlichkeit und machen ihr inneres Wesen erst sichtbar.

In der Ausstellung „Amatorio“ zeigt Grzimek Bilder, Zeichnungen und Plastiken von Paaren aus verschiedenen Schaffensperioden. Ihr Blick richtet sich auf Continue reading